Kunstwerk: Maria

Maria, die Mutter Jesu. Wir kennen einige Aussprüche von ihr, u. a.: „Was er euch sagt, das tut!“ Mit anderen Worten: gehorsam sein, nicht widerspenstig, nicht diskutieren oder verhandeln, sondern mit dem Herzen hören.

Die Skulptur, die ich geschaffen habe, ist keine Darstellung irgendeiner Göttin oder Madonna, keine Kultfigur oder Urmutter. Für mich geht es eher um die Frau, die für die Rolle gepriesen wird, die sie in der Zeit, in der sie lebte, erfüllt hat. Sie war ein Teenager mit einer besonderen Engelserfahrung. Sie wurde Flüchtling, frischgebackene Mutter, Ehefrau eines Mannes. Sie war bei Jesus dabei, als er zu den Menschen sprach und die Dinge von Gottes Reich erklärte. Sie war dabei, als bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt wurde. Sie war dabei in der letzten Phase von Jesu Leben und danach…

In den zwei Jahren, in denen ich an dieser Skulptur gearbeitet habe – jetzt ist es Sommer 2017 –, gab es zufällig immer wieder interessante Neuigkeiten über Maria. Das Catharijneconvent in Utrecht zeigte eine Ausstellung über Maria, und einige Theatermacher brachten ein fesselndes Theaterstück mit dem Titel „Mariamonologen“ heraus. Beide Veranstaltungen habe ich besucht, und allmählich entstand ein breiteres Bild von der Person, die ich aus der christlichen Bibel bereits kannte.

Außer Maria gibt es noch eine andere Person, die in der Bibel genannt wird und einen ähnlichen Eindruck auf mich macht. Vielleicht spricht mich das so an, weil ich ein Mann bin. Im Leben der ersten Gemeinde gab es einen Mann mit dem Namen Barnabas, einen Freund des Apostels Paulus. Er ist ein Tröster, ein Zuhörer, ein Seelsorger, spirituell, ein Beter, er ermutigt, weil er die Qualitäten im anderen sieht (durch sein geistliches Auge). Er war mit Gottes Reich verbunden. Weil er vom Heiligen Geist erfüllt war, kamen seine Talente in der Gemeinschaft der Gläubigen und der Suchenden zum Ausdruck.

Maria erfüllt ihre Rolle in einer bescheidenen Atmosphäre, man hört sie nicht rufen oder schreien. Sie fordert ihren Platz nicht ein, sie ist beteiligt und färbt aus ihrer Natürlichkeit heraus die Welt um sich herum. Keine Himmelskönigin, sondern Mutter und Schwester unter uns auf Erden. Zugänglich durch den aufmerksamen Geist in ihr.

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